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coaching vorgesetzte

 

Der „Arsch“, der Vorgesetzte!

Wow, harte und zutiefst beleidigende Worte.

Stimmt! Dennoch sind Gedanken solcher oder ähnlicher Art und Weise, nicht unüblich bei Unternehmensführung oder Mitarbeitern.

Ja, Sie lesen richtig, der Vorgesetzte steht dazwischen. Und genau dies tut er auch, wenn er seiner Rolle bei der Arbeit gerecht werden möchte.

Wenn Sie sich allerdings die obere Beschreibung genauer betrachten, kommen noch viel mehr Aspekte zu „diesem Vorgesetzten“ hinzu:

Zu allererst, ist er wie jeder von uns ein Mensch. Ja, Sie haben richtig gelesen. Nur ein Mensch. Und dieser Mensch nimmt sich acht, oder mehr, Stunden am Tag Zeit um die ihm zugewiesene Rolle in einem Unternehmen auszufüllen, die sich manchmal schwer gestaltet. Er muss sich gegenüber der Firmenleitung verantworten und trotzdem seine Mitarbeiter führen und dafür sorgen, dass alles so läuft, wie es von Oben gewünscht ist.

Und das, im Idealfall mit bester Laune, voller Freude und mit einer Standfestigkeit, die einen Fels neidisch werden lässt.

Das ist der Tenor, der auf eine Führungskraft zukommt, wenn man sich denn für einen solchen Weg entschieden hat.

Ist das schon alles?

Bestimmt nicht, denn das ist nur die Zeit, welche es neben den eigentlichen Rollen des Menschseins, auszufüllen gilt. Diese Rollen unterteilen sich in Kind, Elternteil, Partner, Freund, Bekannter, Lehrer, Lernender, Freizeitgestallter, Autofahrer, Koch, Spielpartner, usw.

Ich könnte diese Aufzählung unendlich weiterführen und käme nie zu einem Ende. All diese Rollen bringen schöne Erlebnisse wie auch Konflikte mit sich. Vor allem innere Konflikte zwischen den Rollen.

„Kann ich das so machen“?

„Darf ich mich so verhalten“?

„Habe ich da gerade etwas falsches gesagt“?

„Geht es meinen Kindern gut“?

„Habe ich bei Einkauf an alles gedacht“?

Auch diese Aufzählung könnte ich endlos weiterführen. Ich vermute, Sie verstehen worauf ich hinaus möchte.

Alles was uns als Mensch, im Außen, ausmacht sind nur Rollen die wir erfüllen. Und wie sieht es im inneren aus? Das bekommen Sie in der Interaktion zu sehen, hören, spüren.

Dazu ein kleines Beispiel:
Dieser „Arsch“, steht morgens auf und stößt sich den Zeh, und das noch vor dem ersten Kaffee, an etwas. Schmerz, „Aua“, etwas Wut, eine kleine Selbstverurteilung wegen Unachtsamkeit.

Dazu, hat der Hund vielleicht noch auf den Teppich gekotzt, die Kinder stehen schwer auf und zu allem Überfluss regnet es auch noch.

Das alles sind nur die Wahrnehmungen und Rollenabgleiche in den ersten 2-3 Minuten des Tages.

Nach fünf Minuten ist der erste Kaffee in der Tasse, eine kleine liebe Nachricht vom Partner liegt bspw. auf dem Tisch, die Kinder sagen freundlich „Guten Morgen“, der kotzende Hund freut sich und etwas Entspannung macht sich breit. Der Zeh tut nicht mehr so weh, die Kotze ist aufgewischt und der erste Schluck Kaffee kullert, mit einem wohlig warmen Gefühl, über die Zunge in den Bauch.

Doch der Tag ist jetzt erst 6 Minuten jung und es hat sich bereits eine Menge ereignet.

Jetzt geht es weiter. Er, der Mensch, macht sich fertig für die Vorbild- und Führungsfunktion.

Geht duschen, „verdammt, Shampoo im Auge, wie das brennt“, „wie schön, wenn der Schmerz nachlässt“, Oh, ist das Wasser schön warm und tut so gut“. Abtrocknen, in die Klamotten springen, schnell noch den Hund versorgen, überprüfen ob die Kinder fertig sind, alles dabei ?, ab ins Auto, „muss es so stark regnen?“.

Das waren dann mal die ersten 30 – 60 Minuten des Tages.

Und in dieser Manier geht es den Rest des Tages weiter.

Situationen, Gedanken, Abgleich auf Richtigkeit, Gefühle, Erfüllung von Rollen.
Der ganze Tag stellt sich als Wechselbad von Empfindungen, Gedanken und der damit verbundenen, oder auch eben nicht, Kommunikation dar.

In der Interaktion mit Menschen, ist es uns oft nicht klar, warum Reaktionen oft nicht den Situationen entsprechen.

Wen interessiert es bei der Arbeit auch schon, dass mein Hund ein Kötzerchen gemacht hat und ich es unangenehm empfand das wegzumachen?

Niemanden, oder zumindest nicht Chef.

Dennoch ist die Situation kurz wieder in den Gedanken und die zugehörigen erlebten Gefühle gesellen sich hinzu. Interessiert immer noch keinen, da es ja in einem selbst passiert.

Also, wegdrücken und weitermachen.

Zusätzlich kommt der, wieder, schmerzende Zeh hinzu.

„Boa, sind die Schuhe heute eng. Das tut schon ordentlich weh“.

„Was möchte mein Gegenüber gerade von mir“?

„Verdammt, ich habe nicht richtig zugehört“.

„Jetzt muss ich nochmal nachfragen“.

„Was macht das nur für einen Eindruck“?

So, oder so ähnlich könnte die Kommunikation in dem „Arsch“ aussehen.

Worauf ich hinaus möchte ist so simpel wie einfach. Egal ob Sie nun Unternehmer, Manager, Vorgesetzter, Mitarbeiter, Partner, usw. sind, auch Sie sind ein Mensch, den die Erfahrungen des Tages, der Woche, ja sogar des Lebens immer wieder einholen und sich in Ihren Gefühlen und Gedanken breit machen. Oft in den falschen Momenten. Doch das ist einfach so wie es ist, vollkommen natürlich.
Und was kann ich dagegen machen, werden Sie sich vielleicht jetzt fragen?

Ganz ehrlich? Sehr wenig!

Steuern können Sie nur den Umgang damit und dabei kann ich Ihnen, in einem Coaching mit mir zusammen, unterstützend zur Seite stehen. Zusammen können Sie Ihre Wahrnehmung und Ihr Bewusstsein verstärken und öffen. Und so mehr situatives Verständnis für sich selbst und andere entwickeln.

(Quelle: Markus Riedelsberger, Beratung & Coaching mit Herz & Hirn, Leimen 2022, Foto von Pixabay.de)

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