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Coaching weiter

So, geht es nicht weiter!

Ein Satz, eine Aussage. Kraftvoll, prägnant auf den Punkt gebracht. Doch wie sieht es danach aus?

In den meisten Fällen ändert sich nichts oder nur sehr wenig, an dem was nicht mehr SO weitergeht.

Sind wir Menschen denn solche Lappen geworden, dass wir es nicht schaffen eine Entscheidung durchzuziehen?

Die Antwort darauf kennt doch jeder. Ja, sind wir, leider!

Und was hält uns davon ab?

Wir selbst!

Auch, wenn wir ganz gerne darauf hoffen, dass unser Gegenüber die Umsetzung vollzieht. Mit Gegenüber meine ich, Partner, Vorgesetzte, Freunde, Bekannte oder den Fremden auf der Straße. Die Verantwortung abzugeben ist eine Eigenschaft, die wir von klein auf gelernt haben. Klar, als wir noch klein waren, ging es ja auch nicht anders. Wir waren darauf angewiesen, dass unsere Eltern uns die richtigen Werte und Umgangsweisen vermittelten. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Sie haben es von ihren Eltern und die von den ihren, usw.

Und was hält uns, heute noch davon, ab?

Heute, in einer Zeit, in der wir erwachsen sind. Eigene Entscheidungen treffen. Jeden Tag um die ca. 20.000 an der Zahl. Von Mirco- bis zu sehr großen Entscheidungen.

Wie es uns beigebracht wurde Entscheidungen zu treffen!

„Sei freundlich zu deinem Gegenüber“. „Nimm Rücksicht, auch wenn es andere nicht machen“. „So darfst Du Dich aber nicht verhalten“. „Bist Du sicher, dass es das richtige für Dich ist“? „Hast Du wirklich alles bedacht“? „Bist Du Dir sicher“?

Diese Liste von Aussagen, könnte ich endlos weiterführen. Und, Sie haben jeden Satz davon bestimmt bereits in Ihrem Leben gehört. Und was haben Sie dabei gefühlt und gedacht?

„Ja, Rücksicht, aber der andere…“. Naja, eigentlich bin ich mir schon sicher, aber….“. „Wie, ich war unfreundlich, ich habe doch nur…“. „Wieso darf ich nicht so sein“? Und das sind nur ein paar mögliche Gedanken dazu. Und, Jeder von Ihnen kennt sie.

Wie schauen die dazugehörigen Gefühle aus? Beschämend, Entwürdigend, Trauer, Unzulänglichkeit, Wut, Angst.

Fassen wir zusammen: ca. 20.000 Entscheidungen pro Tag, sehr kleine bis sehr große, die meisten sind belanglos für unser Umfeld, wir sind erwachsen und stehen jeden Tag bedingt für uns ein.

Ok, ich habe fertig. Läuft bei Ihnen. Alles bestens. Nee, eben nicht.

Wenn es nur um Sie selbst gehen würde wäre ich jetzt tatsächlich fertig mit Schreiben und könnte mich anderen Tätigkeiten widmen. Es geht aber um die Interaktion. Und ab da geht es dann ans Eingemachte.  Stellen Sie sich die folgende Situation vor:

Sie sind mit dem Auto in der Stadt unterwegs. Ihr Partner sitzt neben Ihnen. Vielleicht noch Kinder auf dem Rücksitz und der Familienhund im Kofferraum. Ein anderes Auto schneidet Sie, Vollbremsung, Weiterfahren, und es geht los!

Sie: „Mensch, was für ein Kasper. Kann der nicht richtig Autofahren und Rücksicht auf andere nehmen?“

Partner: „Hättest Du nicht aufpassen können? Wir haben die Kinder und den Hund dabei!“

Kinder: „Hey, die Handy’s sind runtergefallen! Musste das sein“?

Hund: „Wuff“…was auch immer das bedeuten mag 😊

So, oder so ähnlich könnte sich die Situation abspielen. Alles geht so schnell, dass es bewusst nicht greifbar ist. Und was ist nun genau passiert? Ich schlüssele es mal auf:

Sie:

Reaktion Unbewusst.

Wahrnehmung des Autos, dass Sie schneidet, Impuls an den Fuß, Vollbremsung, Impuls an die Arme, eventuell noch lenken. Abgleich, Passt. (Zeit: 1-2 Sekunden)

Gefühle von Erschrocken, Angst, Freude über den glimpflichen Ausgang, Aufregen über den anderen, Wut wird rausgelassen, Wahrnehmung der anderen Insassen. (2-3 Sekunden)

Hören der Reaktionen von Partner, Kinder, Hund. (ca. 5 Sekunden)

Gefühle wie Angst, hoffentlich ist niemandem etwas passiert. Enttäuschung, weil Sie nichts dafürkonnten und die anderen es nicht mitbekommen haben. (ca. 1-2 Sekunden)

Anpampen des anderen Fahrers, obwohl der schon weg ist und Sie sowieso nicht hätte hören können.

Partner:

Reaktion Erschrocken

Wahrnehmung der Bremsung, Rundumblick ob alles OK ist (ca. 2 Sekunden)

Gefühle auch Erschrocken, Angst und Wut. (ca. 1-2 Sekunden)

Kommunikation: „Kinder, alles in Ordnung?“, Blick auf den Hund. „Warum musstest Du so stark bremsen?“ (ca. 1-2 Sekunden)

 

An diese Stelle mach ich dann mal einen Break. Ich vermute Sie können sich den Rest denken, da Sie so ähnlich Situationen bereits erlebt haben. Kommen wir zum Kern.

Ich möchte Ihnen aufzeigen, wie viel, in sehr wenig Zeit, in uns passiert und wie viele Entscheidungen in einer so kurzen Zeitspanne unbewusst getroffen werden. Sie können sich auch ein Beispiel aus Ihrem Berufsalltag oder dem privaten Bereich wählen. Dort sieht es nur anders aus und das Prinzip bleibt gleich.

Und so geht es den ganzen Tag weiter, in unzähligen Situationen, vielen Entscheidungen und den damit verbundenen Gefühlen. Das Umfeld ist dabei vollkommen unwichtig, da sich Gefühle und Reaktionen, in Ihnen abspielen und erst einmal nicht wirklich steuern lassen. Ob nun im Privaten oder Beruflichen Umfeld, wir sind die programmierte Maschine, die wir eben sind.

Entscheidungen gehen somit immer mit Gefühlen Hand in Hand. Und je wichtiger, bzw. größer sich eine Entscheidung darstellt, desto mehr Gefühle und kritische Gedanken und Worte formen sich im innen und im Außen.

Genau das ist es was uns bei getroffenen Entscheidungen straucheln lässt. Es werden Kompromisse eingegangen, Meinungen angehört, innere Wert mit hinzugezogen, Automatismen aktiviert. Alles Hindernisse, die eine Entscheidung beeinflusst und im schlechtesten Fall wieder im Keller des Unterbewusstseins verschwinden lässt. Und es geht einfach weiter wie bisher.

„Und wie kann ich nun daran etwas ändern, werden Sie sich fragen?“

Die Antwort ist einfach: Bewusster Leben und sich selbst mehr und besser wahrnehmen.

„OK, verstanden, nur wie mache ich das?“

Kein Problem, dabei kann ich Ihnen in einem Coaching zur Seite stehen und wir können gerne zusammen schauen wo es hackt.

 

(Quelle: Markus Riedelsberger, mit Herz & Hirn, Das SO-Prinzip oder: die subjektive Objektivität., Leimen 2022, Foto von Pixabay.de)

 

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